Der Fish is‘ noch lange nich‘ geputzt!

Foto: Ralf Schneider

Er ist schon lange im Musikgeschäft. Er prägte, ob er wollte oder nicht, mit seiner damaligen Band Marillion den Neo-Progressive Rock. Nachdem sich Derek William Dick, genannt Fish, Ende der 80er von seiner Band trennte, entwickelte er seinen eigenen Stil. Dieses Jahr ist er mit seiner Weltschmerz / Clutching At Straws-Tour unterwegs und zeigt auf der Bühne, was er all die Jahre gelernt hat: Seinen Mann stehen.

Am 9. November besuchte er mal wieder seine „zweite Heimat“ Karlsruhe und begeisterte mit Robin Boult, Steve Vantsis, John Beck und Gavin Griffiths im Substage ein volles Haus. Zwar sind seine Fans mit ihm gealtert und die deutlich sichtbare Gemeinsamkeit in Form schwindender Kopfbehaarung verbindet ihn mit vielen der männlicher Konzertbesucher, doch das tat seiner Bühnenpräsenz keinen Abbruch.

Nachdem er gegen 21 Uhr im Anschluss an seinen Supporting Act Doris Brendel, die ihn dann auch als backing vocalist unterstützte, auf die Bühne kam, hielt er sein Publikum fest im Bann. Eingerahmt in Songs seines 1987 mit Marillion veröffentlichten Albums Clutching at Straws gab er neue Songs von seinem Weltschmerz-Doppelalbum zum Besten.

Foto: Ralf Schneider

Eine gelungene Mischung, gewürzt mit Anekdoten seiner Musikerkarriere. Gut, Derek W. Dick springt nicht mehr auf der Bühne herum, wie in den frühen Jahren seines Schaffens. Lautstarke, mehr oder minder ernst gemeinte Mitgefühlsbekundungen vom Publikum ob seiner eingerosteten Knochen und erforderlicher Unterstützung per Ibuprofen quittiert er trocken-schottisch mit einem beherzten fuck off! Aber mit Unterstützung eines simplen Barhockers lieferte er mit seinen 60 Jahren ohne nachzulassen bis kurz nach 23 Uhr ein grandioses Konzert ab. Wir können nur hoffen, dass er trotz diverser Bedenken und Herausforderungen wieder einmal in die Gegend kommt, um uns zu begeistern.

Foto: Ralf Schneider
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