BEYOND und dahinter

Was ist Future Design? Wie ästhetisch ist KI? Und stecken wir schon mitten im Post-Kapitalismus? Bereits zum siebten Mal schaute das BEYOND-Festival in Karlsruhe in die Zukunft. Constanze und Josh haben sich BEYOND mal näher angeschaut und mit Ludger Pfanz, dem Leiter des Festivals, gesprochen.

Leuchtender Schriftzug "expanded shit" an einem Galerie-Geländer

Mit einer Mischung aus Vorträgen, Filmvorführungen, Preisverleihung und interaktiven Projekten hat das BEYOND für seine Besucher aufgewartet. Dabei gliederte sich das Programm in sechs große Themenblöcke: Next Tech, V-Art, Sm(ART), Artificial and Artistic Intelligence, Postcapitalism und The Syn(Ener-Gen) / Ethic Code. Während des gesamten Festivals konnte man die dazugehörige Ausstellung “SAPIENS” auch ohne Ticket besuchen. Hier fanden sich verschiedene Video- und Ton-Installationen und mehrere Möglichkeiten, Virtual Reality auszuprobieren und zu erleben.

Über die Entstehung des BEYOND-Festivals

Beeindruckend war hier das Projekt “Home after War”. Es entführt den Besucher in das kleine irakische Dorf Fallujah, das noch bis vor kurzem unter Kontrolle des IS stand. Immer noch liegen dort viele sogenannte IEDs – improvised explosive devices, die tausende Bewohner verletzt oder getötet haben. Gemeinsam mit dem Geneva International Centre for Humanitarian Demining und seinem Team war der Fotograf Felix Gaedtke in Fallujah und hat mithilfe tausender Fotos und Aufnahmen ein virtuelles Modell eines Hauses dort erzeugt, durch das man als Besucher dank Virtual-Reality-Brille und Kopfhörern gehen und dem Hausbesitzer zuhören kann. Dieser erzählt vom Leben in ständiger Angst vor Explosionen und dem Verlust von geliebten Menschen. Mehrere 360° Videos vervollständigen die Erzählung. Eine solche Geschichte “hautnah” erleben zu können ist unfassbar beeindruckend.

Reporter Josh mit VR-Brille

Zum Projekt „Home After War

Verließ man die virtuelle Welt in Fallujah und lief ein Stück weiter durch die Ausstellung, ist man auf Marvin getroffen. Marvin ist ein 4-gewinnt Algorithmus, gegen den man an einem alten Röhrenbildschirm antreten und seine Frustrationstoleranz testen und ausreizen kann – denn Marvin rechnet nicht nur, er versucht seine Gegenspieler auch zu verunsichern und beleidigt sie in seiner Roboter-Stimme mit fiesen Sprüchen. Suchtpotenzial ist dennoch garantiert.

Reporterin Conni vor zwei Bildschirmen

Diese zwei Ausstellungsstücke waren nur eine kleine Auswahl. Es gab noch viele weitere sehenswerte Projekte beim BEYOND zu bestaunen. Gastgeber waren wie immer die staatliche Hochschule für Gestaltung, das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien und der Filmpalast am ZKM.

Halle in der Ausstellung

Traurig blickendes Gesicht mit zwei Augenpaaren

Plexiglaskugel, darin ein Zettel mit einem kurzen Text